Bernstein_Abenteuer

Bernstein

“Wie heißt du?” Cara sah den Jungen interessiert an.

“Sven.”

Cara stieß Lenny an. “Zeig ihm mal deinen tollen Stein!”

Sven warf einen kurzen, gelangweilten Blick auf den Lochstein. “Ein Hühnergott. Das ist ein Feuerstein. Ich habe ganz viele davon.”

HühnergottCara kicherte.

Vor Lennys innerem Auge wurde es Schwarzrot wie geronnenes Blut. Das war die Farbe, die er sah bei dem Wort Hühnergott. Was brauchte er viele davon, wenn er diesen einen hatte? Der Junge war ihm nicht sympathisch.

Sven griff in die Hosentasche seiner Shorts und hielt ihnen die geballte Faust hin. “Das hier musst du finden!” Er öffnete die Faust. Auf seiner Handfläche lagen vier kleine, glänzend gelbe Steine. Sie sahen aus wie aus poliertem Honig. Die meisten waren durchsichtig, und sie leuchteten, als hätten sie die Sonne eingefangen.Hand mit Bernstein

“Bernstein”, stellte Herr Simmons anerkennend fest. “Wird auch das ‘Gold der Ostsee’ genannt.”

“Die sind aber schön!” Cara beugte sich über die Steine.

“Bernstein ist kein richtiger Stein, sondern das Harz von Bäumen, die schon lange gestorben sind”, sagte Caras Vater.

“Deshalb ist er so wertvoll!” Sven tat, als schaue er übers Wasser, doch Lenny sah, dass er immer wieder zu Cara äugte.

Cara runzelte die Stirn. “Bäume wachsen nicht im Meer!”

“Stimmt”, sagte Herr Simmons, “was wirklich passiert ist, kann man bis heute nicht genau erklären. Man nimmt an, dass vor sehr langer Zeit, also vor bis zu 300 Millionen Jahren, riesige Bernsteinwälder im Meer versanken. So kam das Harz der Bäume in den Meeresboden.”