Bernstein_Abenteuer

Bernstein

Lenny drehte sich um und ging in die andere Richtung davon. Er hatte nur einen einzigen Gedanken: Bernstein!

Bernstein im SandDen Kopf tief gebeugt, die Augen fest auf die Wasserkante gerichtet suchte er den Sand ab. Irgendwann fand er immerhin einen Stock, natürlich nicht so perfekt wie der von Sven. Mit dem Stock zerrupfte er sämtliche Seegrashäufchen. Er suchte und suchte. Er musste unbedingt einen größeren, nein, den größten Bernstein finden!

Eine Möwe schwebte eine Weile leise und ohne Flügelschlag neben ihm im Wind. Lenny hob auf, was Bernstein-ähnlich oder auch unähnlich aussah, und klopfte alles an seine Zähne. Nichts klang auch nur im Geringsten hoffnungsvoll.

Nach langer, vergeblicher Suche hob er den Kopf und sah sich um, wo er überhaupt war. Der Strand hatte sich deutlich verändert. Es gab keine Strandkörbe mehr, keine Häuser hinter Dünen, keine Leute. Nur ein Jogger hatte ihn vor einer Weile überholt, aber auch der war längst verschwunden. Lenny drehte sich um.

Die Küste hatte eine sanfte Biegung gemacht. Er konnte also nicht mehr sehen, wo er hergekommen war. Aber ein Fahrzeug rollte auf vier superdicken Rädern geradewegs auf ihn zu.

“Na, Lust auf ein Eis?” Eine Frau saß am Steuer des Eiswagens und hielt direkt vor ihm.

Lenny hatte ein bisschen Geld von seiner Mutter auf die Reise mitbekommen. Er nahm Erdbeer-Vanille.

Die Frau klappte die Kühltruhe auf und reichte ihm sein Eis. “Du suchst Bernstein, stimmt’s? Ich hab gesehen, wie du den Strand lang läufst.”