Bernstein_Abenteuer

Bernstein

Er drückte seinen Bernstein so fest er konnte.

Lenny rannte. Er hatte die Augen weit aufgerissen, versuchte, irgendetwas zu erkennen. Der Strand war unglaublich schmal geworden durch das steigende Wasser der Flut. Er patschte beim Laufen in die Wellen. Ihm war eiskalt, und gleichzeitig hatte er Schweiß auf der Stirn. Dunkelheit breitete sich um ihn aus. Nur weit draußen über dem Wasser war es heller, als wolle Jurate ihn einladen. Sein Atem rasselte, er bekam Seitenstiche. Weiterlaufen, er musste weiterlaufen. Plötzlich war etwas im Augenwinkel, wie ein Schatten in der Nacht. War da jemand? Ein Keuchen hinter ihm?

Lenny nahm seine ganze Kraft zusammen, rannte noch schneller. War da eine eiskalte Hand in seinem Nacken? Er schrie. Der Wind schluckte den Ton sofort. Lenny taumelte. Sein Fuß rutschte an einem Sandhaufen ab, er stolperte, fing sich gerade noch. Da sah er die Lichter!

Zwei kleine Lichter bewegten sich auf ihn zu. Ein Licht war höher und brach die Dunkelheit wie ein Scheinwerfer. Das andere Licht strahlte tiefer und wanderte unruhig suchend hin und her. Die Lichter gaben ihm die Kraft, weiterzulaufen. Das untere Licht löste sich von dem höheren, kam schneller auf ihn zu, erfasste ihn.

Lenny!!!” Cara fiel ihm um den Hals.

Er keuchte, ihm war schwindelig, sein Herz raste und Tränen mischten sich auf seinem Gesicht mit Schweiß und Wellenspritzern.

“Was machst du denn für Sachen”, schimpfte Herr Simmons. “Ist dir klar, dass laut Statistik jedes Jahr in Deutschland 50 Kinder für immer verschwinden? Wir dachten schon, du bist eines davon!”

“Meine Schuld, Papa”, sagte Cara. Ihre Stimme klang bedrückt. “Ich habe ihn einfach alleine gelassen.”

Lenny tastete nach Caras Hand. Er legte den Bernstein hinein.

Cara schloss ihre Finger fest um die Träne der Göttin.

Fund___

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