Schwerkraft - Marmelade

Schwerkraft

“Eigentlich unwahrscheinlich, dass zwei Stunden ausfallen wegen einer Wespe”, sagte Cara, “aber es passiert eben doch.”
Genau so etwas war nötig, damit ein Toastbrot sie ins Olympiastadion brachte, dachte Lenny.
“Wir müssen Experimente machen”, sagte Cara. Lenny nickte. Was für ‘Experimente’ das werden sollten, wussten sie beide nicht.

Die Eingangstür des Mietshauses, in dem Lenny mit seiner Mutter lebte, stand offen. Sie stürmten die Stufen rauf, ohne zu klingeln. Lennys Mutter Anna war meistens zu Hause und arbeitete am Computer.

“Lenny, bist du das?”, rief seine Mutter plötzlich von oben durchs Treppenhaus. “Mit Cara? Seid ihr …?” RUMMS! Der Rest ging unter in einem lauten Knall. Er und Cara erreichten den dritten Stock.

“Das darf doch nicht wahr sein! So ein Mörfi!” Seine Mutter stand im Treppenhaus. Sie starrte auf die geschlossene Tür ihrer Wohnung. In der einen Hand hielt Anna einen Müllsack und in der anderen ihre Tasche. “Zum Glück ist der Autoschlüssel dabei”, sagte Anna und klopfte auf die Tasche. “Kommt, wir müssen uns beeilen, ich bin spät dran!”

“Wir können nicht mitkommen”, erklärte Cara. “Wir müssen Experimente machen! Wir müssen nämlich testen, ob ein Toast immer mit der Marmeladenseite nach unten fällt.”

“Immer! Da braucht ihr keine Experimente”, sagte Anna. “Und ihr müsst leider mitkommen. Die Tür ist zu und der Haustürschlüssel ist drinnen!”