x-ray

X-Ray

Doch, doch … natürlich zum Röntgen in die Klinik … wenn du dann zum Krankenhaus kommst …

Was würde mit ihm passieren? Und was hieß hier Sturz? Er war übel gefoult worden! Kümmerte das denn keinen?

Der Schiedsrichter wickelte ihm ein kaltes, nasses Tuch um den Knöchel. Die Sanitäter trafen ein, und der Hallenwart schickte Erwachsene und Kinder zu ihren Plätzen zurück.

Lenny auf dem Rasen “Das Spiel geht weiter!” Trainer Vlado klopfte ihm auf die Schulter. “Komm, Gara!” Sein Akzent raspelte wie eine Reibe die Buchstaben glatt. “Lenny will, dass du deinen Platz nimmst.”

Lenny wusste nicht, was er wollte. Einerseits sollte Cara für ihn gegen Blutgrätsche kämpfen, andererseits musste sie unbedingt im Krankenhaus dabei sein. Cara war schließlich seine Stimme! Er brauchte sie bloß anzusehen, und sie erklärte dann in komplizierten Sätzen, was er meinte. Das war praktisch, denn er redete nicht gerne.
Reden war anstrengend, weil für ihn jedes Wort eine Farbe hatte. Schon wenn er Guten Morgen, Mama sagte, leuchteten Blau, Orange und Rot in seinem Kopf. Ein längerer Satz war eine Lichterkette und ein Schulaufsatz ein Feuerwerk im Hirn. Dass das nicht für alle so war, wusste er, seit er Cara irgendwann gefragt hatte, warum ausgerechnet Kühlschrank ein braunes Wort war. Cara war von Farbexplosionen beim Reden wie überhaupt von den allermeisten Dingen ziemlich unbeeindruckt. Er hielt den Atem an.

“Ich bin am Platz”, rief Cara. “Ich fahre mit Lenny ins Krankenhaus und helfe!”

“Na, die werden sich schön bedanken!” Jonas Mutter klang alles andere als begeistert. Trotzdem überredete sie die Sanitäter, Cara mitzunehmen, weil Lennys Mutter ja schon auf dem Weg ins Krankenhaus war.