x-ray

X-Ray

Natürlich! Er würde es Blutgrätsche zeigen! Wenn nötig auch ganz alleine! Auf Cara war ja kein Verlass. Seine Knochen und Bänder sollten sich bitteschön benehmen.

“Ich bin ganz vorsichtig jetzt! Es dauert nur Sekunden! Du musst vollkommen still halten! Ich gehe nach nebenan, und mache dir durchs Fenster ein Zeichen mit dem Daumen. Dann atmest du ein und hältst die Luft an. Okay?”

Lenny stellte sich vor, dass eine schwarze Sonne im Apparat eingesperrt war wie in einem Käfig. Die schwarze Sonne schlief. Wenn Katrin sie anknipste, wachte sie auf und schickte ihre schwarzen Strahlen durch seinen Fuß. Seine Knochen warfen in der schwarzen Sonne einen weißen Schatten. So ein Foto von sich innen in schwarz und weiß war schon nicht schlecht. Das hatte nicht jeder.

KatrinHinter dem Riesenfenster hob Katrin ihren Daumen.

Er hielt die Luft an und schaute zu seinem Fuß. Würde es gleich heiß werden im Fuß? Kribbeln?

Ein Tröten wie ein Signal lenkte ihn ab. Das war schon alles.

Im gleichen Moment stand Katrin neben ihm. “Gut gemacht”, sagte sie wie zu sich selber. Sie half ihm, auf die andere Liege zu wechseln. Dann wurde er rausgerollt, um wieder zu warten, diesmal auf seine Mutter.

Cara saß im Gang auf einem der Stühle. Sie sprang sofort auf und kam zu ihm.

Lenny tat ganz beschäftigt. Er sah sie nicht an. Erst hatte sie miserabel Fußball gespielt, und dann war sie nicht einmal bei ihm geblieben!

“Ich durfte nicht mit zum Röntgen, weil es gefährlich ist”, sagte Cara. “Und …”, sie hob den Finger, “… schau mal da …”